
Darauf freue ich mich schon lange. Es handelt sich um ein Geisterjäger-John-Sinclair-Heft von Bastei Lübbe, diese labberigen Dinger aus grauem Papier, die man früher im Bahnhofskiosk gekauft hat. “Mondschein-Zombie” ist von 2017, ich schätze mal, dass ich es wie die Ardeen-Reihe von Sigrid Kraft irgendwann auf einer Messe mitgenommen habe.

Man erwartet keine große Literatur, wenn man so was liest. Man erwartet Grusel und ein bisschen Splatter, spannende Unterhaltung, Ablenkung. Das ist diesselbe Literatur wie Ardeen, nur ein anderes Genre.
Schauen wir uns die ersten beiden Sätze an:
Man wird direkt eingeführt, man weiß, wo man sich befindet, und ein leichter Gruselfaktor wird auch mitgeliefert. Wir befinden uns also in einem teilweise verlassenen Wohnmobilpark irgendwo an einem verlassenen Flussarm. Der erste Satz verbreitet Mikrospannung auf diesselbe Art wie “Monteperdido“: Das Wohnmobil ist nicht allein, ergo kann eigentlich nichts passieren, weil es ist ja Hilfe da. Nur: Der Leser weiß es besser, oder besser, er ahnt es. Ahnung = Spannung.
Dieser erste Absatz erfüllt also die Mindeststandards für eine gelungene Eröffnung. Was mich stört, sind die sich widersprechenden Informationen: Erst ist das Wohnmobil nicht allein, man könnte das auch so interpretieren, dass da andere, gefährlichere Dinge in der Nähe sind. Das wird im nächsten Satz geklärt, dann kommt allerdings die Aussage, dass die Wohnmobile leer sind, was ebenfalls das Gegenteil von dem ist, was man bis zu dieser Stelle angenommen hat. Und dann wird wieder etwas Gegenteiliges gesagt, nämlich dass doch Leute hier wohnen. Also die Gefahr eventuell von diesen Leuten ausgeht.
Man kann sich hier jetzt streiten, ob die Doppeldeutigkeit gut oder schlecht ist, ich tendiere bei einem Text dieses Genres zu schlecht.