(High Fantasy) “Das Herz der verlorenen Dinge” von Tad Williams

In dem Schneetreiben glaubte er zunächst, der Soldat, der sich da vor ihm durch den eisigen Matsch der Frostmarkstraße schleppte, sei verwundet, an Nacken und Schultern blutbefleckt.

Man sieht den Unterschied zu letzten Woche sehr deutlich, langer, verschachtelter Satz, nicht vollständige Orientierung, man wird als Leser direkt reingeworfen ins Geschehen, es schneit, offenbar sehr dicht, jemand ist verletzt oder sieht so aus, ein Soldat, das verspricht High Fantasy und Schlachten und ein bisschen feindliche Natur. Der Satz deutet eine Menge an, wirft ein Rätsel in den Raum (Wenn er nicht verwundet ist, was dann?) und lässt offen, wer “er” ist und was er eigentlich vorhat. Man nimmt an, dass das nachgeliefert wird, aber ganz wichtig an dieser Stelle: Wenn man mit einer solche Episode beginnt, dann muss sie etwas mit der Romanhandlung zu tun haben, es muss eine Verbindung geben zu dem, was danach kommt, auch wenn sich das erst später herausstellt. So wie dieser Satz eine Verbindung zu dem kommenden Gespräch mit dem Soldaten hat (die roten Flecken stellen sich als ein Webmuster heraus, das die Figur kennt, der Mann vor ihm kommt aus derselben Stadt wie er), so sollte die Begegnung der beiden Männer eine Bedeutung für die folgende Geschichte haben.

Ich erlebe es häufig, dass solche einführenden Ereignisse, die dem Leser ein Gefühl von der Welt vermitteln sollen und schon ein bisschen Hintergrund einführen, an sich nett geschrieben sind und sich gut lesen, aber für die Handlung keine Bedeutung haben. Davon ist abzuraten. Eins führt zum anderen, so auch einführende Episoden.