(Science Fiction) Matt Haig “Ich und die Menschen”

Die Buchbeschreibung von dtv ist ja schon mal nicht so überzeugend.

Ein brillanter, witziger, emotionaler Roman über die alltäglichen und die ganz großen Dinge im Leben – kurz gesagt, über das Menschsein!

Ja, okay, das trifft auf auf ungefähr alle Romane zu? Zumindest das “Menschsein” ist ein zentrales Thema jeder Literatur. Schauen wir uns diesen Mal an, er beginnt mit einem Prolog, wenn auch einem etwas seltsamen. Er ist mit “Vorwort zur terrestrischen Ausgabe” betitelt und beginnt so:

Hallo, Mensch. Wie geht es dir?
Du siehst gut aus. Ja, wirklich, trotz der Nase.

Was sagt uns das über das Buch?

Es ist witzig. Es hat Humor. Es geht um Menschen (wenig überraschend nach dem Teaser) und was sie ausmacht, aber auf eine witzige Weise. Also ein großes Thema, lustig verpackt.

Das ist eigentlich immer ein Verkaufsschlager, passt auch gut zum Klappentext und zur Buchbeschreibung, ich persönlich finde es grenzwertig langweilig, weil zu weit gesteckt, und Humor müsste der Autor erst mal beweisen. Große Themen kann man auch verhauen, wenn man nichts zu sagen hat, und über das große Thema “Was bedeutet es, ein Mensch zu sein” erfahre ich ja nichts über das Buch. Und Humor ist auch sehr unterschiedlich.

Ich würde mal weiterlesen, um herauszufinden: Ist das Buch wirklich so witzig, wie es behauptet wird und kann es tatsächlich Wahrheiten über das Menschsein erzählen, die ich vorher so nicht kannte?

Damit ist das Ziel des ersten Satzes erreicht, der skeptische Leser liest weiter. Wenn das Buch jetzt (möglichst schnell) liefert, was es verspricht, dann ist alles gut.

Anmerkung: Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Englischen, “The Humans” von Matt Haig, der Autor ist ein sehr erfolgreicher britischer Phantastikautor. In der englischen Originalausgabe fehlt das “Vorwort zur terrestrischen Ausgabe”, sie beginnt mit dem zweiten Vorwort, “Eine unlogische Hoffnung trotz erdrückender Widrigkeiten”, im Original “Preface: An Illogical Hope in the Face of Overwhelming Adversity”. Keine Ahnung, was da los war und wo das zusätzliche Vorwort herkommt.