
Der Titel verspricht ja schon Sprachspiele und wir werden nicht enttäuscht. Es geht mit einer Silbenfolge los, die wohl den wenigsten deutschen Lesern etwas sagen wird, und die der geneigte Probeleser wohl auch nicht aussprechen oder im Kopf nachformulieren wird. Er springt einfach zum zweiten Satz, der dann allerdings über vier Zeilen geht. Und der hat es in sich. Erst wird ein Geheimnis angedeutet, das erzeugt Spannung – huh! Vor dreißig Jahren sind schlimme Dinge geschehen –, dann wird das Geheimnis mit der Mutter, also der Familie, also dem Selbst, dem Kern des eigenen Wesens verbunden, und dann wird eine Brücke geschaffen, zwischen Leser und Erzähler: Über die Erklärung, wie die Buchstabenfolge auszusprechen ist, wie sie KLINGT, wird er versuchen, sie nachzusprechen und damit dasselbe machen, was der Erzähler an dieser Stelle macht. Seinem früheren Leben nachempfinden. Und dann kommt noch die Aussage, dass etwas Schlimmes passiert ist, dass vor dreißig Jahren etwas Schlimmes passiert ist, dass dem Erzähler die Mutter genommen auf, auf die einer oder andere (im Roman zu erforschende) Weise.

Rein stilistisch ist dieser Anfang ein Anfang der Gegensätze, erst eine unaussprechliche Silbenfolge, dann ein Schlangensatz, dann ein sehr kurzer, der mit einer Ellipse endet. “jenes glücklichen”, bezieht sich auf “Leben”, ist aber kein vollständiger Satz, auch kein vollständiger Nebensatz. Solche Auslassungen sind immer stark betonend, besonders wenn, wie hier, auch noch das Demonstrativpronomen “dieses” durch das deutlich ungewöhnlichere und auffälligere “jenes” ersetzt wird. Dieser letzte Satz macht die Tragik so richtig deutlich, hier ist etwas Schlimmes geschehen und – wenn man an den Anfang zurückgeht – jetzt wird darüber berichtet. Denn der Erzähler beginnt in Wahrheit nicht mit der Aussage, dass vor 30 Jahren etwas geschehen ist, sondern dass er es Toni erzählt hat. Das wird einem aber erst zum Ende des Absatzes wieder bewusst, so konzentriert war man auf die Enthüllung.
Im nächsten Absatz werden dann die Silben erkärt, es stellt sich heraus, dass es Namen sind. Aal-maa ist der Name der Erzählerin, Maa-io ist der Name ihres Bruders, der eigentlich Marco heißt. Und da ist sie wieder: die Familie. Die für Glück steht, während das jetzt für Schmerz und Leid steht. Da wissen wir, was wir von diesem Roman zu erwarten haben.